Wie digital ausgereift ist Ihr Unternehmen? | Jetzt 5-Minuten-Bewertung starten

Unterbrechungen sind die neue Normalität. Ist Ihr Unternehmen dafür gerüstet?

supply chain disruption

Fragen Sie eine Führungskraft im Betrieb nach den vergangenen zwei Jahren und Sie erhalten meist eine Variante derselben Antwort: Gerade wenn Sie denken, dass sich die Lage stabilisiert hat, entsteht ein neues Problem. 

Ein Lieferant meldet sich nicht mehr. Die Versandkosten schießen in die Höhe. Eine geopolitische Entwicklung stellt die Annahmen infrage, auf denen Ihre Planung beruhte. Ein Cybervorfall irgendwo in Ihrer Lieferkette hat Auswirkungen auf Ihre eigene.

Dies ist kein vorübergehender Zustand. Laut der Forterro-Studie zum europäischen industriellen Mittelstand, für die mehr als 1.250 leitende Entscheidungsträger in ganz Europa befragt wurden, sind Unterbrechungen in der Lieferkette die dringendste Herausforderung für Industrieunternehmen, dicht gefolgt von der Abhängigkeit von US-Zöllen, globaler wirtschaftlicher Unsicherheit und veralteter Technologie. Die Bedingungen, unter denen Industrieunternehmen derzeit tätig sind, werden sich nicht von selbst lösen – und die meisten Unternehmensleiter wissen das.

Benoît Wambergue, Vice President bei Forterro, drückt dies wie folgt aus: „Es ist praktisch unmöglich vorherzusagen, in welche Richtung sich die Welt entwickeln wird. Deshalb muss sich der industrielle Mittelstand so gut wie möglich schützen. Unternehmen müssen skalierbar, flexibel und zukunftssicher sein.“

Für viele Unternehmensleiter stellt sich nicht mehr die Frage, wie sie wieder Stabilität erreichen, sondern vielmehr, wie sie Betriebsabläufe aufbauen, die trotz der Veränderungen um sie herum erfolgreich sind.

Der Unterschied zwischen „Unterbrechungen überstehen“ und „Unterbrechungen absorbieren“

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Unternehmen, die Unterbrechungen überstehen, und solchen, die dafür gerüstet sind. Unterbrechungen und Störungen zu überstehen bedeutet in der Regel, zu reagieren – hektisch nach Alternativen zu suchen, Entscheidungen auf Basis unvollständiger Informationen zu treffen und dabei Zeit und Marge zu verlieren. Dafür gerüstet zu sein, heißt etwas ganz anderes. Es heißt, über genügend Einblicke, Beziehungen und Flexibilität zu verfügen, um einen Schock absorbieren zu können, ohne an Dynamik zu verlieren.

Dieser Unterschied zeigt sich in der Praxis:
  • Wenn ein wichtiger Lieferant ausfällt, erkennt ein resilientes Unternehmen die Auswirkungen sofort, identifiziert Alternativen und passt sich an, ohne eine Woche lang manuell nachforschen zu müssen.
  • Wenn sich Kosten über Nacht verändern, haben Teams die nötigen Echtzeit-Einblicke, um schnell zu entscheiden, statt auf einen Bericht zu warten, der zu spät kommt, um noch danach handeln zu können.
  • Wenn eine Cyber-Bedrohung entsteht – und die Studie ergab, dass Cybersicherheit mit 31 % der Nennungen inzwischen die höchste strategische Priorität bei Industrieunternehmen hat –, verfügen resiliente Betriebsabläufe über die nötige Infrastruktur, um weiterzulaufen, statt zum Stillstand zu kommen.

Wo Anfälligkeit verborgen liegt

Die meisten Unternehmen halten sich nicht für anfällig. Und unter normalen Bedingungen sind sie das auch nicht. Die Anfälligkeit liegt meist in den Lücken – zwischen Systemen, die nicht miteinander kommunizieren, in Prozessen, die von einer einzigen Person abhängen, die zum richtigen Zeitpunkt das Richtige weiß, oder in Lieferantenbeziehungen, für die es keine dokumentierte Alternative gibt, wenn etwas schiefläuft.

Unter stabilen Bedingungen lassen sich diese Lücken überbrücken. Wenn sich die Bedingungen jedoch rapide ändern – wie es derzeit oft der Fall ist –, werden dieselben Lücken zu ernsthaften Schwachstellen. Bezeichnend ist, dass trotz des weit verbreiteten Bewusstseins für die bevorstehenden Herausforderungen mehr als 60 % der Industrieunternehmen in der Studie ihre Fortschritte in den letzten drei Jahren in Bezug auf die digitale Transformation nur als ausreichend oder schlecht bewerteten. 

In einer stabilen Welt ist das zunächst nur ein schleichender Nachteil. In dem Umfeld jedoch, in dem Unternehmen heute tätig sind, ist das eine Lücke mit realen Folgen – sichtbar in langsameren Entscheidungen, verpassten Chancen und Betriebsabläufen, die Mühe haben, Druck abzufedern, ohne an Boden zu verlieren.

Resilienz als Wettbewerbsvorteil

Es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt. In einem Umfeld, in dem Unterbrechungen zum Dauerzustand geworden sind, geht es bei Resilienz nicht nur darum, das Bestehende zu schützen – sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die schneller reagieren, zuverlässiger liefern und sich anpassen können, ohne die Kundenerfahrung zu beeinträchtigen, ziehen an denen vorbei, die das nicht können – nicht weil sie mehr Glück haben, sondern weil sie besser aufgestellt sind.

Die Unternehmen, die mit dem aktuellen Umfeld gut zurechtkommen, sind nicht diejenigen, die darauf warten, dass sich die Lage beruhigt. Sie investieren in die vernetzten, flexiblen betrieblichen Grundlagen, die es ihnen ermöglichen, weiter erfolgreich zu sein – unabhängig davon, was als Nächstes passiert.

Wo Sie anfangen können

Resilienz aufzubauen bedeutet nicht, alles auf einmal zu ändern. Es bedeutet, klar zu verstehen, wo Ihre Betriebsabläufe vernetzt sind und wo nicht, wo Informationen frei fließen und wo sie ins Stocken geraten und welche Lücken angesichts der aktuellen Marktentwicklung das größte Risiko bergen.

Dieses ehrliche Bild – über Resilienz und die anderen Dimensionen hinweg, die die digitale Reife vorantreiben – gibt Unternehmen einen strukturierten Ausgangspunkt und ein klares Verständnis davon, wie Fortschritt tatsächlich aussieht.

Möchten Sie verstehen, wo Ihr Unternehmen steht? Entdecken Sie unseren Digital Maturity Hub, um Ihren aktuellen Stand zu bewerten und zu erfahren, wie Ihr weiterer Weg aussehen kann.