1.200+ ERP-Führungskräfte teilen ihre Einschätzungen zur Zukunft der digitalen Transformation |  Bericht lesen 🔽

Der Fachkräftemangel in den Bereichen Cybersecurity, ERP und KI

Seminar taking place to close skills gap
Bei der digitalen Transformation geht es nicht nur um Technologie, sondern auch um Menschen.

In ganz Europa sind die digitalen Ambitionen von mittelständischen Industrieunternehmen hoch, die Fähigkeiten können jedoch nicht Schritt halten mit diesen Ambitionen. Die neueste Studie von Forterro zeigt, dass Cybersicherheit, ERP-Fachwissen und KI-Kompetenz die drei wichtigsten digitalen Qualifikationslücken sind, die Unternehmen zurückhalten.

Genau diese Kompetenzen sind jedoch unerlässlich für die digitale Transformation. Ohne sie kommen selbst die besten Technologiepläne zum Stillstand. Fast die Hälfte der für die Studie befragten Unternehmen (49%) gab an, dass der Fachkräftemangel bereits ihr Wachstum oder die Projektumsetzung beeinträchtigt hat, 37% sind nicht zuversichtlich, dass sie die benötigten Mitarbeiter finden können.

Dies ist eine große Herausforderung für digitale Entfaltung, die man nicht nur mit Software allein lösen kann.

Die fehlende Mitte

Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist nicht etwa fehlendes Problembewusstsein der Punkt, sondern die große Bandbreite dieser Herausforderung.

Führungskräfte wissen, wo die Lücken sind. Sie haben nur nicht die Ressourcen oder die Zeit, um sie alle auf einmal zu schließen.

Ein Produktionsleiter versteht vielleicht den Wert der vorausschauenden Wartung, hat aber niemanden, der die Daten interpretieren kann. Ein Finanzleiter möchte vielleicht bessere Analysen, ist aber mit dem Exportieren von CSV-Dateien beschäftigt. Das Ergebnis? Digitale Projekte, die nie über die Pilotphase hinauskommen.

Im Kern handelt es sich hierbei nicht um ein Talentproblem, sondern um ein Skalierungsproblem. Mittelständische Unternehmen befinden sich in einer einzigartigen Zwickmühle: Sie sind zu groß, um sich ausschließlich auf externe Spezialisten zu verlassen, und zu schlank, um für jede neue Technologie interne Spezialisten zu beschäftigen.

Wo soll man anfangen, wenn man nicht alle Mitarbeiter einstellen kann?

Sie müssen nicht alle Qualifikationslücken über Nacht schließen. Die meisten mittelständischen Unternehmen erzielen Fortschritte, indem sie sich auf drei Prioritäten konzentrieren: Schutz, Stabilität und Vertrauen.

Beginnen Sie mit Cybersicherheit. Dies ist das unmittelbarste Risiko und lässt sich am einfachsten durch Prozesse und Sensibilisierung stärken, nicht nur durch Tools. Jeder Mitarbeiter kann dazu beitragen, das Risiko zu verringern, sodass Schulungen und klare Zuständigkeiten mehr bewirken als eine weitere Softwareebene.

Konzentrieren Sie sich als Nächstes auf ERP-Kenntnisse, denn ERP ist die Grundlage, die alles andere zusammenhält. Wenn die Mitarbeiter verstehen, wie ihre Daten in den Bereichen Finanzen, Produktion und Lieferkette miteinander verbunden sind, stellt sich die Effizienz nahezu von selbst ein. Die Weiterbildung bestehender Teams in den bereits verwendeten Systemen bringt schnellere Erfolge als die Suche nach neuen Spezialisten.

Schließlich sollten Sie Vertrauen in Künstliche Intelligenz aufbauen. Vergessen Sie den Hype, denn die meisten Hersteller sehen den wahren Wert in praktischen Bereichen wie Analytik und vorausschauender Wartung. KI-Kompetenz bedeutet nicht, dass jeder programmieren können muss, sondern dass Menschen Daten interpretieren, die richtigen Fragen stellen und der Automatisierung vertrauen können, wenn sie nützlich ist.

Schulen, kooperieren, wiederholen

Die Ergebnisse von Forterro zeigen folgende Tatsache: 55% der Unternehmen sagen, dass digitale Tools Umschulungen notwendig gemacht haben. Das ist eine Chance, kein Rückschlag. Interne Schulungsprogramme, Peer-Learning und Partnerschaften mit Anbietern können die Fähigkeiten verbessern, ohne die Mitarbeiterzahl zu erhöhen.

In Schweden beispielsweise sind ERP-Kenntnisse die größte Lücke (59%), doch 64% der Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter bereits um, um diese Lücke zu schließen. In Spanien ist das Vertrauen in die Rekrutierung digitaler Talente größer, aber 60% geben dennoch an, dass der Fachkräftemangel das Wachstum beeinträchtigt hat.

Die Botschaft in ganz Europa ist einheitlich: Reife kann man nicht kaufen, man muss sie aufbauen.

Drei Maßnahmen für Führungskräfte im Mittelstand

  1. Erfassen Sie Ihre Risiken, nicht Ihre Rollen.
    Identifizieren Sie, welche fehlenden Fähigkeiten tatsächlich die Lieferung oder die Einhaltung von Vorschriften gefährden. Priorisieren Sie diese am höchsten.
  2. Kombinieren Sie Erfahrung mit Schulungen.
    Kombinieren Sie erfahrene Mitarbeiter mit digital versierten Neulingen – so findet ein Wissenstransfer in beide Richtungen statt.
  3. Machen Sie Anbieter zu Lernpartnern.
    Ein guter ERP- oder Cybersicherheitspartner sollte Ihr Team schulen, nicht ersetzen.

Eine reife Denkweise

Digitale Reife ist kein Ziel, sondern eine Lernkultur. Die Unternehmen, die echte Fortschritte erzielen, sind nicht diejenigen mit den fortschrittlichsten Tools, sondern diejenigen, deren Mitarbeiter verstehen, wie man sie gemeinsam einsetzt.

Carrie Tallett, Senior Product Manager bei Forterro, drückt es so aus:

Durch die Kombination von praktischer Erfahrung und technischen Qualifikationen kann ein Unternehmen seine Mitarbeiter weiterbilden, ohne seine operative Kapazität einzuschränken.

Der Mittelstand kann den Fachkräftemangel nicht mit Geld ausgleichen, aber er kann handeln, indem er sich auf das Wesentliche konzentriert: Menschen, die wissen, wie man Technologie in der Praxis einsetzt.

Die digitale Zukunft der mittelständischen
Industrieunternehmen in Europa

Basierend auf Erkenntnissen von mehr als 1,200 ERP-Führungskräften hebt Forterros neuer Forschungsbericht die Herausforderungen, Trends und Chancen hervor, denen der industrielle Mittelstand heute gegenübersteht.
digital future research report