Neue Studie: KI in der mittelständischen Fertigung einsetzen

Es gibt viele Diskussionen über KI im europäischen industriellen Mittelstand, aber weit weniger konkrete Umsetzungen, die als Best Practice dienen können.
Woche für Woche erscheinen neue Schlagzeilen über Künstliche Intelligenz und generative Tools, intelligente Automatisierung oder selbstoptimierende Lieferketten. Die neuesten Untersuchungen von Forterro zeigen jedoch etwas anderes: Mittelständische Hersteller konzentrieren sich auf KI, die reale, alltägliche Probleme löst.
KI-Realitätscheck
Auf die Frage, wo sie den größten Nutzen von KI erwarten, nannten die Unternehmen keine futuristischen Ideen, sondern konzentrierten sich auf praktische Funktionalitäten, die im Alltag Mehrwerte bringen:
- Cybersicherheit und Risikoerkennung (30%)
- Geschäftsanalysen und Entscheidungsunterstützung (30%)
- Vorausschauende Wartung und Anlagenüberwachung (28%)
Dies sind operative, messbare Bereiche, in denen Ausfallzeiten, Defekte oder Verzögerungen unmittelbare Auswirkungen auf die Leistung haben. Das macht den Ansatz des Mittelstands in Bezug auf KI so bodenständig: Er basiert auf täglicher Arbeit, nicht auf einem realitätsfernen Hype.
KI hängt stark von Cloud und Konsistenz ab
Die gleiche Studie brachte noch weitere wichtige Erkenntnisse: 49% der Unternehmen geben an, dass sie aufgrund ihrer mangelnden Cloud-Nutzung die Vorteile von KI nicht nutzen können.
Das ist der Kern des Problems.
Ohne Cloud-ERP als Grundlage sind die Daten über verschiedene Systeme und Tabellen verstreut, was KI-Modelle unzuverlässig oder sogar überhaupt nicht einsetzbar macht.
Marco Metzlaff, AI Transformation Leader bei Forterro, erklärt:
Konsistente und integrierte Daten sind sowohl für die Digitalisierung als auch für den Einsatz von KI unerlässlich. Ohne sie können Automatisierung und Analytik keinen nachhaltigen Wert liefern.
Mit anderen Worten: Bevor KI funktionieren kann, müssen Ihre Daten funktionieren.
Von Pilotprojekten zu Leistungssteigerungen
KI muss kein „großes“ Projekt sein.
Viele Hersteller erzielen bereits mit kleineren Schritten Ergebnisse, beispielsweise mit vorausschauenden Warnmeldungen für Wartungspläne, intelligenterer Bestandsoptimierung oder automatischer Erkennung von Anomalien in Produktionslinien.
Diese Projekte sind risikoarm, aber wirkungsvoll und schaffen im Laufe der Zeit Vertrauen und Kompetenz. Und da sie auf bereits vorhandenen ERP-Daten aufbauen, ist kein separates Data-Science-Team erforderlich, um den Wert zu belegen.
Achten Sie auf die Qualifikationslücke
Natürlich reicht Technologie allein nicht aus.
Nur 52% der mittelständischen Unternehmen glauben, dass sie derzeit über die richtigen Qualifikationen verfügen, um KI und andere fortschrittliche digitale Technologien einzuführen.
Deshalb sind Schulungen, Weiterbildungen und Partnerschaften mit Anbietern genauso wichtig wie Investitionen.
Bei KI-Kompetenz geht es nicht darum, Code zu schreiben, sondern darum, Teams dabei zu helfen, zu verstehen, welche Daten sie sehen, warum diese wichtig sind und wie sie darauf reagieren können.
KI, die sich bezahlt macht
Der industrielle Mittelstand kann es sich nicht leisten, Trends hinterherzulaufen – jede Investition muss ihren Wert unter Beweis stellen.
Deshalb betrachten die erfolgreichsten Unternehmen KI nicht als Innovationsschau, sondern als Effizienzwerkzeug: Sie sparen Zeit, verhindern Ausfallzeiten und wandeln Daten schneller in Entscheidungen um.
KI ist keine Strategie an sich, sondern ein Wegbereiter für Resilienz, Intelligenz und Wachstum.
Und das sind die Grundlagen für digitale Reife.
Die digitale Zukunft der mittelständischen
Industrieunternehmen in Europa
Basierend auf Erkenntnissen von mehr als 1,200 ERP-Führungskräften hebt Forterros neuer Forschungsbericht die Herausforderungen, Trends und Chancen hervor, denen der industrielle Mittelstand heute gegenübersteht.
