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6 Trends, die den industriellen Mittelstand in Europa prägen

AI

Industrieunternehmen sind immer noch unter großen Druck und an diesem Umfeld hat sich auch zuletzt wenig geändert.

Die Volatilität der Lieferkette, strengere Vorschriften, zunehmende Cyber-Bedrohungen und eine wachsende Qualifikationslücke schaffen ein anspruchsvolles Umfeld für Hersteller und Großhändler in ganz Europa.

Das Jahr 2026 wird diese Herausforderungen nicht lösen, aber es wird die Art und Weise verändern, wie Unternehmen darauf reagieren. Führungskräfte werden fokussierter, realistischer und überlegter, wenn es darum geht, wo digitale Investitionen getätigt werden sollen.

Hier sind die sechs Veränderungen, die im kommenden Jahr wahrscheinlich den größten Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit haben werden.

1. Die Einführung der Cloud wird zum Standard

Viele mittelständische Unternehmen erkennen mittlerweile, dass veraltete Systeme ihre Skalierbarkeit und Modernisierungsfähigkeit einschränken. Untersuchungen zeigen, dass fast die Hälfte davon ausgeht, dass ihre geringe Cloud-Nutzung bereits jetzt ihre Fähigkeit einschränkt, von Tools wie KI zu profitieren.

Da die Erwartungen der Kunden steigen und die Lieferketten immer stärker vernetzt sind, wird die Cloud zunehmend als grundlegende Betriebsinfrastruktur und nicht als Modernisierungsprojekt oder optionales Upgrade betrachtet werden. Es ist mit einem stetigen Anstieg von Hybrid-Übergangslösungen und dem Ersatz von ERP-Systemen zu rechnen, der durch praktische Erfordernisse wie Transparenz, Integration, Stabilität und verbesserte Sicherheit vorangetrieben wird.

2. Der Einsatz von KI wird spezifisch und operativ

Die Debatte um KI hat sich weiterentwickelt. Hersteller geben Verbesserungen Vorrang, die echte operative Probleme lösen, wie Frühwarnungen bei Geräteproblemen, eine bessere Analyse von Produktionsdaten und eine stärkere Cybersicherheit.

Dies sind die Bereiche, in denen Führungskräfte den größten Nutzen erwarten, und sie stehen im Einklang mit den sich abzeichnenden Prinzipien von Industrie 5.0: Technologie einsetzen, um Menschen zu unterstützen, anstatt ihr Urteilsvermögen zu ersetzen.

Im Jahr 2026 wird KI wahrscheinlich in kleinen, spezifischen Schritten eingeführt werden, die die Zuverlässigkeit und Entscheidungsfindung verbessern, anstatt alle Abläufe auf einmal zu transformieren.

3. Produktdaten gewinnen mit dem Näherrücken der DPP-Fristen an Bedeutung

Die Anforderungen des digitalen Produktpasses (DPP) veranlassen Unternehmen dazu, die Art und Weise, wie sie Produktdaten verwalten, neu zu bewerten. Dabei ist der Grad an Vorbereitung im Mittelstand unterschiedlich, und nur etwa die Hälfte der Unternehmen ist sich sicher, dass sie bereit für die neuen Regularien sind. Dabei steigen die Erwartungen von Kunden und Regulierungsbehörden rapide.

Im Jahr 2026 werden mehr Unternehmen in strukturierte und zuverlässige Produktinformationen investieren, nicht nur um die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten, sondern auch um die Rückverfolgbarkeit, die Berichterstattung und die allgemeine Reaktionsfähigkeit der Lieferkette zu verbessern. Solide Produktdaten werden still und leise zu einem Wettbewerbsvorteil werden.

4. Der Fachkräftemangel bremst weiterhin den Fortschritt

Der Mangel an digitalen Kompetenzen wird zu einem erheblichen Hindernis. Cybersicherheit, ERP-Kenntnisse und KI-Kompetenz sind nach wie vor die drei Bereiche, in denen Unternehmen die größten Schwierigkeiten haben, und viele Führungskräfte geben an, dass dieser Mangel bereits wichtige Projekte verlangsamt oder verzögert hat.

Die Reaktion darauf dürfte 2026 gezielter ausfallen. Unternehmen werden sich auf die selektive Verbesserung von Kompetenzen, die Entwicklung interner Digitalexperten und eine stärkere Abhängigkeit von externen Anbietern für die Unterstützung im Bereich dieser Kompetenzfelder konzentrieren. Die Einstellung neuer Mitarbeiter allein wird nicht ausreichen, um die Lücke zu schließen.

5. Resilienz wird zu einer grundlegenden Investition

Die Investitionsprioritäten verschieben sich. Cybersicherheit, die Modernisierung von ERP-Systemen, die Vorbereitung auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Datenqualität stehen ganz oben auf der Agenda, was die Unsicherheit widerspiegelt, in der Hersteller agieren.

Unternehmen legen mehr Wert auf vorhersehbare Prozesse, sichere Systeme und eine solidere Unternehmensführung. Das Ziel ist es, Unterbrechungen zu reduzieren, das Vertrauen in die Berichterstattung zu verbessern und die tägliche Entscheidungsfindung zu stärken.

6. Die Planung der digitalen Reife wird strukturierter

Ein bemerkenswerter Trend mit Blick auf das Jahr 2026 ist die Unzufriedenheit der Führungskräfte mit ihren jüngsten digitalen Fortschritten. Mehr als 60% bezeichnen ihre digitale Transformation als „ausreichend” oder „mangelhaft”, was darauf hindeutet, dass die Aktivitäten nicht immer zu signifikanten Ergebnissen geführt haben.

Als Reaktion darauf beginnen immer mehr Unternehmen, ihre Pläne zur digitalen Reife zu formalisieren. Dazu gehören eine klarere Priorisierung, bessere Datenbanken, eine solidere interne Führung und eine realistischere Projektabfolge. Es handelt sich um eine Verlagerung hin zu einer messbaren, erreichbaren und nicht zuletzt einer abgestimmten Planung, die sich auf die langfristigen betrieblichen Anforderungen fokussiert.

Ein bewussteres Jahr vor uns

Es ist unwahrscheinlich, dass das Jahr 2026 drastische Veränderungen in der Technologie mit sich bringen wird, aber es wird bewusstere Ansätze für deren Einführung von Technologien mit sich bringen. Die Unternehmen, die Fortschritte machen werden, sind diejenigen, die ihre Prioritäten klar definieren, ihre Grundlagen stärken und in die Fähigkeiten und Systeme investieren, die stabile und vernetzte Abläufe unterstützen.

Die digitale Zukunft der mittelständischen
Industrieunternehmen in Europa

Basierend auf Erkenntnissen von mehr als 1,200 ERP-Führungskräften hebt Forterros neuer Forschungsbericht die Herausforderungen, Trends und Chancen hervor, denen der industrielle Mittelstand heute gegenübersteht.
digital future research report